POI bauen
Poi kommt aus Neuseeland und heißt in der Sprache der Maori, der Ureinwohner Neuseelands soviel wie "Ball"
Die Maori befestigten Bälle aus Pflanzenresten und Flachs, umhüllt mit Blättern, an Flachsschnüre und schwingen sie zum Rhythmus der Musik.
Die Krieger nützten Poi als erstes, um Schnelligkeit und Reaktionsfähigkeit zu
trainieren. Dazu wurden auch Steine an Schnüre gebunden, um Kraft und Ausdauer zu stärken.
Die Maori Frauen haben eine Vorliebe für die Kunstformen des Poispielens mit denen sie neue Bewegungen, Tänze und Lieder kreieren. Das verhilft ihnen zu mehr Geschmeidigkeit und stärkt ihr Rhythmusgefühl.
Heutzutage sind etwa 15 Prozent der Bevölkerung Neuseelands Maori.
Kinder lernen in Neuseeland sogar Poispielen in der Schule, um an die Traditionen anzuknüpfen.
Die Mehrzahl von Poi heisst übrigens ebenfalls Poi und nicht Pois
Poispielen bietet die Möglichkeit, sowohl den Geist, die Koordination und die körperliche Ausdauer sowie Gelenkigkeit zu trainieren. Wer es einmal probiert hat, wird schnell feststellen, daß es genauso spannend wie ein Computerspiel sein kann. Man möchte den nächsten Move lernen und zeigt stolz dem erstaunten Publikum, Familie und Freunden seine neuesten Tricks. Poispielen ist aufregend und gleichzeitig Entspannung. Ähnlich wie bei einem Musikinstrument werden beide Hände und damit auch beide Hirnhälften gefordet. Junge Menschen haben eine ausserordentliche Begabung, komplexe Bewegungen zu erlernen, wenn der Körper stimuliert wird.
Dieser therapeutische Nutzen der Poi wurde bereits erkannt und wird in Schulen, Meditation und in der Pädagogik in Jugend- und Sozialarbeit eingesetzt.
Gerade in den Kindheitsjahren ist das junge Gehirn des Heranwachsenden besonders lernfähig, es werden durch Stimulation wie z.B durch Jonglieren oder Poispielen neue neurale Verbindungen geschaffen. Diese Verbindungen sind die Grundlagen für die kognitive Entwicklung des Kindes. Die Koordinationsfähigkeit und die Orientierung im dreidimensionalen Raum wird insgesamt verbessert und letztlich auch die Schulter- Rücken- und Armmuskulatur gekräftigt. Eine halbe Stunde schnelles Poispielen lässt sich durchaus mit einem 30 minütigem Jogging vergleichen.
Der klare Vorteil des Poispielen gegenüber dem Jonglieren ist, dass kein Ball herunterfallen kann und sich erste Anfangserfolgserlebnisse schneller einstellen. Das Poispielen wie auch die Jonglage zwingt einen praktisch, dem augenblicklichen Moment zu begegnen und auf die Bewegungen zu reagieren. Genau das ist aber auch das erklärte Ziel jeder Meditation: Vergangenheit und Zukunft hinter sich zu lassen, und im Moment zu verharren.
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