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EJZ vom 11.08.09
Dino für das Waldbad

LIB Wittfeitzen spendet Wasserspielzeug

rg Wittfeitzen. Er ist groß, grün-gelb und das neue Lieblingsspielzeug der jüngeren Besucher des Waldbades Wittfeitzen: ein Gummi-Dinosaurier. Seit einiger Zeit treibt er tags-über in den hellblau-schimmernden Fluten des Bades und ist meist mit einer ganzen Horden von Kindern belegt.

Der Dino ist eine Spende des Ehepaares Christina und Christian Westermann, das in Wittfeitzen die Jugend- und Freizeitstätte »Leben in Bewegung» (LIB) betreibt. Rund 1200 Euro hatte das Unternehmer-Paar für das Wasserspielzeug zur Verfügung gestellt. Das Ehepaar Westermann engagiere sich seit langem für die Einrichtung, freut man sich beim Trägerverein des Waldbades Wittfeitzen, der den Badebetrieb seit 2003 organisiert. Auch darüber, dass das Bad oft und viel von Gruppen, die sich in der Jugend- und Freizeitstätte aufhalten, genutzt wird. Eine weitere Spende erhielt das Waldbad von Martina Carmienke-Schulz: Die ließ ein großes Eichenbrett mit dem Schriftzug »Waldbad Wittfeitzen» anfertigen, das künftig den Eingangsbereich zieren wird.

Rund 150 Mitglieder zählt der Förderverein des Wald- bades Wittfeitzen derzeit. Der Betrieb der Freizeiteinrichtung wird durch einen Zuschuss der Gemeinde Waddeweitz in Höhe von jährlich 10000 Euro sowie durch die Eintrittsgelder und die Beiträge der Vereinsmitglieder finanziert. Zudem leisten die Mitglieder vor und während der Badesaison viele Arbeitsstunden, um Kosten - beispielsweise für die Pflege und Reinigung der Anlage - zu vermeiden. Der reguläre Badebetrieb soll noch bis Ende des Monats weitergehen. Bei gutem Wetter werde man allerdings über eine Verlängerung der Öffnungszeiten nachdenken, heißt es vom Vorstand des Trägervereins. Offiziell wird die Saison jedoch am 30. August mit einem »Abschieds-Brunch» ab 11 Uhr beendet.

Um den Erhalt des Bades auch künftig zu sichern, sei man ständig auf der Suche nach neuen Mitgliedern für den Trägerverein, betont der Vereinsvorstand. Und auch Sponsoren - beispielsweise für dringend benötigte Arbeiten am Dach der Umkleide- und Duschräume - würden dringend benötigt. Wer Mitglied werden möchte oder den Trägerverein bei seiner Arbeit unterstützen will, erreicht den ersten Vorsitzenden, Manfred Homke, unter der Telefonnummer (05864)1548.

Bild: Großer Beliebtheit erfreut sich der neue Gummi-Dino, den das Waldbad Wittfeitzen vom der Jungend- und Freizeitstätte "Leben in Bewegung" gespendet be- kommen hat. Aufn.: R. Groß

„Aufregend und anregend“ Juli 2009
Familienfreizeit in Wittfeitzen fand großen Anklang

In Gesprächsrunden und Workshops behandelten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dem Familienwochenende in Wittfeitzen unter anderem Themen wie Erziehung, Ernährung und Freizeitgestaltung.

Mittwoch, 15. Juli 2009

pw Wittfeitzen. „Es macht glücklich“, war das Fazit einer Teilnehmerin an der Familienfreizeit, die kürzlich in der Wittfeitzener Begegnungs- und Bildungsstätte „Leben in Bewegung“ stattgefunden hat. An der dreitägigen Freizeit haben 17 Familien
mit 29 Kindern teilgenommen, die sonst die üblichen Bildungsangebote schlecht nutzen können – so ist es in dem Flächenlandkreis
Lüchow-Dannenberg für Menschen, die über kein eigenes Auto verfügen, nicht leicht, die zum Teil beachtlichen Entfernungen zu den Veranstaltungsorten zu überwinden.

Zeit für gemeinsame Aktivitäten

Bei dem kompakten Wochenendangebot hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, in Workshop- Atmosphäre gemeinsam mit ihren Kindern Themen wie Erziehung, Ernährung und Freizeitgestaltung zu behandeln. Vor allem die kreativen Angebote wie Aquarellmalerei, Speckstein-  Schnitzen und Bogenschießen kamen gut an, ebenso wie der pädagogische Eltern-Kind-Spaziergang. „Die Workshop-Angebote sind aufregend und anregend“, lobte eine der Mütter. Dank der Dolgower Firma Vogler, die das Fleisch spendete, gab es einen gemütlichen gemeinsamen Grillabend. Besonders die Mütter waren froh über die liebevolle Rundum-Versorgung der Betreiberfamilie Westermann, die ihnen und den Vätern viel Zeit für gemeinsame Aktivitäten mit den Kindern sowie die Workshop-Angebote ließ.
Neben den dafür notwendigen drei Teamern gab es sechs Betreuer für die zum Teil noch sehr kleinen Kinder, so dass die Eltern auch Zeit für Gesprächsrunden mit Themen wie Organisation im Alltag fanden. Das Seminar schloss mit einem Zertifikat  ab; im Herbst ist ein Nachtreffen geplant, das die Teilnehmer auch dazu nutzen wollen, in Kontakt zu bleiben. Bei der Freizeit, die bereits zum zweiten Mal angeboten wurde, handelte es sich um ein trägerübergreifendes Angebot der Arbeiterwohlfahrt Lüchow- Dannenberg, den Vereinen „Sozialtherapeutische Einrichtungen“ und „Perspektive“, dem Landkreis und Kirchenkreis Lüchow-  Dannenberg, dem Elternforum,
dem Diakonischen Werk und der Erziehungsberatungsstelle.

Bläserklassen im LIB

18 Stunden musiziert

Übungswochenende der Bläserklassen

bm Wittfeitzen. Um eine Zugabe kamen die Bläserklassen der Gymnasien aus Dannenberg und Lüchow nicht herum. Dazu forderte sie ihr Publikum mit lang anhaltendem Beifall am Ende ihres Konzertes in der Wittfeitzener Kirche auf.

Das fast 40-minütige Programm war vielfältig, reichte vom bekannten Kanon wie »Theo, spann den Wagen an» bis zu Rocksongs von Queen mit »Let»s rock» sowie swingigem Blues. Die 47 Schülerinnen und Schüler zeigten, dass sie in den vergangenen Monaten viel gelernt haben.

Wie jedes Jahr hatten sich die Bläserklassen der fünften Jahrgangsstufe der beiden Gymnasien in Kooperation mit der Musikschule Lüchow-Dannenberg zu einem Übungswochenende in der Jugendfreizeitstätte in Wittfeitzen eingefunden.

»Allein an diesem Wochen-ende haben die Schüler sechs neue Stücke gelernt, die Gemeinschaft untereinander war dieses Mal besonders gut», freut sich die Musiklehrerin des Lüchower Gymnasiums, Renate Gollub. Betreut wurden die Jugendlichen zudem von ihrer Dannenberger Kollegin Hedwig Dortelmann-Kruse sowie vom Leiter der Musikschule, Gerd Baumgarten. »Es war ein tolles Wochenende. Wir haben nicht erwartet, dass die Kinder so gut mitarbeiten würden», lobte Baumgarten die engagierten Jungen und Mädchen.

Trotz intensiven, mehrstündigen Übens jeden Tag hatten die Schüler ihren Spaß und spielten während des Abschlusskonzertes mit viel Freude und Engagement. »Am Freitag haben wir sechs Stunden geübt, am Sonnabend acht Stunden und heute morgen noch einmal vier Stunden, aber es war toll und wir hatten ja auch Pausen», berichtete eine der Schülerinnen. Alle Jugendlichen spielen auf ihren Instrumenten erst seit Beginn des Schuljahres und präsentierten bereits jetzt ein harmonisches Konzert mit vielen unterschiedlichen Stücken. »Etwas schwerer haben es die Querflötenspieler, weil anfangs noch oft die Luft an der Seite vorbei geht, aber das lief heute schon sehr gut», freute sich Renate Gollub.

Bild: Auch die Querflötenspieler überzeugten beim Abschlusskonzert des Übungswochenendes der Bläserklassen in Wittfeitzen mit beachtlichen Fortschritten. Aufn.: A. Beckmann

»Sandkasten-Rocker» im LIB-Wittfeitzen

»Sandkasten-Rocker»

Ilka Wagener stellte ihre Cello-Klasse in der Freien Schule vor

mh Hitzacker. Auf dem Cello spielt ein Schüler nach Noten. Aber Cello-Lehrerin Ilka Wagener zeigt ihren Schülern auch, wie das Cello summt und brummt, schnarcht und zetert oder wie ein Baby schreit.

60 Cello-Schülerinnen und Schüler führten am Sonntag in der Freien Schule Hitzacker sogar einen musikalischen Hexentanz auf und ließen lautmalerisch Geister erscheinen. Die Kinder und Jugendlichen hatten die ausdrucksstarke Musik während des Cello-Wochenendes in Wittfeitzen eingeübt und ließen nun zum Vergnügen der vielen Eltern in der voll besetzten Aula die Ergebnisse hören.

»Unser Orchester wird von Schülern im Alter von 5 bis 20 Jahren gebildet», stellte Ilka Wa-gener den ungewöhnlichen Klangkörper vor. Die Großen, die seit Jahren üben, spielten meisterhaft nach Noten. Zum Beispiel die Eurovisions-Hymne, einen Walzer aus Schostakowitschs »Jazz-Suite», einen Choral von Robert Schumann und Melodien aus der Popsong-Ära. Die Kleinen, von Wagener liebevoll »Sandkasten-Rocker», genannt, hörten aufmerksam zu, begleiteten ihre Vorbilder erst zaghaft und spielten dann mit Hingabe Erkennungsmelodien aus beliebten Kindersendungen. »Sie ist schon eine tolle Cello-Lehrerin, die ihre Schüler begeis- tern kann», lobte ein Vater, der den Auftritt seiner sechsjährigen Tochter bewunderte.

Das Abschlusskonzert nach dem Probewochenende ist seit Jahren Tradition. Die gemein-same Freizeit wird - so Ilka Wagener - von der Firma Voelkel aus Pevestorf »mit einem vierstelligen Betrag mit finanziert». Als musikalisches Dankeschön dafür hatte sie ein Stück im Programm, nach dem sich die siebensilbige Produktbezeichnung »Voelkels Naturkostsäfte» als Refrain singen lässt. Frank Stieldorf, ein »Cello-Papa» und Hobby-Musiker, hatte die heitere Melodie frei nach dem klassischen Vorbild der Pastoralen und Ländlichen komponiert.

Nur auf Nachfrage bekannte Ilka Wagener, dass sie das Wochenende ehrenamtlich gestaltet und »immer wieder viel Freude daran hat, wie die Großen die Kleinen unterstützen». Sie kündigte an, dass sie auch 2010 das Wochenende nach Ostern mit dem Cello-Nachwuchs in Wittfeitzen verbringen wird.

Bild: Mit Hingabe spielten die "Sandkasten-Rocker" Erkennungsmelodien aus Kindersendungen. Der Cello-Nachwuchs hatte das Instrument erst vor kurzem kennengelernt. Aufn.: M. Horn

EJZ vom 24.06.2008
Elternforum im LIB- Wittfeitzen

 

»Endlich einmal nicht ausgeschlossen gefühlt»

Wege zur Hilfe zeigen: Kurzurlaub für sozial schwache Familien

by Lüchow/Wittfeitzen. Wie kann man erreichen, dass sich sozial benachteiligte Familien Hilfe holen, wenn sie sich mit Kindern und Alltag überfordert fühlen? Diejenigen, die im Landkreis solche Hilfen wie Elternkurse, Familienhilfe oder auch Erziehungsberatung anbieten, wissen um die großen Schwellenängste, die diese Mütter und Väter haben. »Raus aus dem Alltag, mit den Kindern gemeinsam und allein Spaß haben» war das Motto eines »Familienkurzurlaubes», den das Elternforum gemeinsam mit anderen Trägern diesen Familien kürzlich anbot: 13 Mütter, die Väter aus den vollständigen Familien hatten kurzfristig abgesagt, und 24 Kinder kamen ein Wochenende in der Bildungs- und Begegnungsstätte in Wittfeitzen zusammen.

Begleitet wurden sie von Erziehungsberater Thomas Petters-Lobedan, Diakonin Theda Kruse und Anne Schönemann, der Leiterin von Elternkursen, sowie von zwei Tagesmüttern und von Jugendlichen der Evangelischen Jugend, die die Kinderbetreuung übernahmen. Zwischen sportlichen und kreativen Freizeit-Angeboten war viel Raum fürs Kennenlernen und für Gespräche. Und dabei wurden die Schwellenängste abgebaut, in dem die Eltern-Kind-Gruppen, das Elternforum oder die Arbeit der Erziehungsberatungsstelle vorgestellt wurde. Der persönliche Kontakt machte es möglich, dass Mütter wie auch Kinder Vertrauen bekamen und bereit waren, Hilfe anzunehmen. Gerade allein erziehende Mütter mit sozialen Nöten erlebten ihren Zustand oft als sehr leidvoll, und fühlten sich vereinsamt, so Kruse, Petters-Lobedan und Schönemann. In Wittfeitzen sei den Müttern bewusst geworden, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine sind, dass auch andere sich überfordert fühlen, Depressionen haben - und dass es gut tut, sich auszutauschen. »Ich trau mich da hin, da sind Menschen, mit denen man reden kann, es gibt Hilfe»: Dieses Ziel sei mit diesem Kurzurlaub erreicht worden, so die drei Begleiter des Wochenendes. Aus den Rückmeldungen der Teilnehmerinnen werde zudem deutlich, wo die Nöte der Familien liegen: Mütter fühlten sich in der Gemeinschaft »gut aufgenommen und endlich mal nicht ausgeschlossen», sie entdeckten ganz neue »kreative Seiten» an sich, und ein »größeres Selbstbewusstsein». Andere stellten fest, dass sich auch die Kinder positiv verändert haben. Und die Mütter wünschten sich, »den Kindern jeden Tag so gutes Essen geben zu können». Die Familien mussten für dieses Wochenende 10 Euro pro Erwachsener und 5 Euro pro Kind bezahlen. Der Rest des Geldes kam aus verschiedenen Töpfen - von Landesmitteln bis hin zu Kollekten in Kirchengemeinden. Der »Elternkurzurlaub» ist das Ergebnis einer erstmaligen Zusammenarbeit verschiedener Träger im Bereich der Jugendhilfe: Diakonisches Werk, Elternforum, AWO, Perspektive, Eltern-Kind-Gruppen der Kirche, Verband Sozialtherapeutischer Einrichtungen. Dass diese Vernetzung »ohne Konkurrenz» geklappt habe, sei auch ein Erfolg, so die Beteiligten. Sie sehen die Notwendigkeit, den nun aufgebauten Kontakt nicht wieder einschlafen zu lassen. Allein mit Ehrenamtlichen könne das aber nicht geleistet werden, da sei der Landkreis in der Pflicht. Nötig sei nicht nur »soziale Gruppenarbeit», sondern angesichts der Probleme in vielen Familien auch mehr Stunden für die Familienhelfer. Mit drei Stunden pro Woche sei nicht viel zu erreichen.

Bild: Alle zusammen auf einem Foto am Ende des Wochenendes in Wittfeitzen: die Mütter, ihre Kinder, und ihre Begleiterinnen und Begleiter, die ihnen Hilfe anboten und anbieten.

Agentur für Arbeit im Juli 2008
...bei Leben in Bewegung in Wittfeitzen

  

Pressemitteilung

Nr. xx/2008 – xx. Juli 2008

 

Chancen geben mit dem Förderprogramm „JobPerspektive“

 

Für einige Menschen ist der (Wieder-) Einstieg in das Berufsleben besonders schwer. Selbst mit dem festen Willen, dies zu schaffen und trotz intensiver Unterstützung durch die Agentur für Arbeit braucht es „Chancengeber“. Unternehmen, die diesen Menschen die Chance auf eine berufliche Zukunft geben, können finanzielle Zuschüsse durch das Programm „JobPerspektive“ erhalten. Grundlage dafür ist das Zweite Sozialgesetzbuch (SGB II).

Eine solche Chance hat Kurt Haak von Christiane und Christian Westermann, die Inhaber der Begegnungs- und Bildungsstätte gGmbH „Leben in Bewegung“ in Wittfeitzen, bekommen. Kurt Haak war zuvor lange Jahre ohne Arbeit. Gesundheitliche Probleme zwangen den gelernten Industriemechaniker und Schweißer sich beruflich neu zu orientieren. Mobil ist er mit seinem Mofa und damit fährt er nun bei Wind und Wetter die 15 Kilometer zu seiner neuen Arbeit. „Zuhause ist mir die Decke auf den Kopf gefallen. Ich wollte unbedingt wieder arbeiten und zeigen, was ich kann.“ erzählt Hausmeister Kurt Haak. „Hier fühle ich mich wohl. Es herrscht fast ein familiäres Umfeld.“

Neben der Instandhaltung und Instandsetzung der Gebäude ist auch auf dem fast zwei Hektar großen Areal der Begegnungs- und Bildungsstätte immer was zu tun. Besonders ans Herz gewachsen sind dem sympathischen Hausmeister die kleinen Besucher. „Die Arbeit mit den Kindern macht mir richtig Spaß.“ erzählt der Fünfzigjährige, denn bei den vielfältigen Angeboten der Kreativwerkstatt hilft er mit. Die abwechslungsreiche Arbeit ist wichtig, denn nicht immer spielt Haaks Gesundheit mit und manchmal müssen bestimmte Arbeiten auch verschoben werden. So etwas einzurichten und auch einrichten zu können, ist dem Ehepaar Westermann wichtig. Denn in Wittfeitzen wird nicht nur auf die Besucher eingegangen, sondern auch in dem siebenköpfigen Team geht es nur, wenn alle miteinander an einem Strang ziehen und aufeinander eingehen.

Für Kurt Haak hat es geklappt, er ist sich sicher: die Chance, die ihm Familie Westermann gegeben hat und ohne das Förderprogramm „JobPerspektive“ hätte er beruflich nicht durchstarten können.

 

Hintergrund:

Unternehmen, die zusätzliche Arbeitsplätze schaffen können einen längerfristigen finanziellen Zuschuss erhalten. Voraussetzung ist, dass Menschen eingestellt werden, die langzeitarbeitslos sind, Arbeitslosengeld II erhalten und weitere persönliche Problemsituationen meistern müssen. Der Zuschuss kann bis zu 75 Prozent des Lohns ausmachen und bis zu 24 Monate und teilweise auch darüber hinaus gezahlt werden. Weiterhin muss die Tätigkeit unbefristet sein und mindestens 15 Stunden wöchentlich umfassen. Insbesondere helfende und unterstützende Arbeitsplätze bieten sich für die Förderung an. Der Arbeitgeber-Service der Lüchower Agentur für Arbeit unterstützt interessierte Unternehmen gern, im Gespräch vor Ort mögliche Aufgabenfelder im Betrieb zu identifizieren und berät zu den genauen Fördermodalitäten.

 

Anzeige im Zero
November 2007

Alles neu in Wittfeitzen

Annette Schmidt über die neue Begegnungs- und Bildungsstätte

Unser oberstes Prinzip: Kinder, Jugendliche und Erwachsene sollen sich hier wohlfühlen“, betont Christiane Westermann. Sie ist, zusammen mit ihrem Mann Christian, Geschäftsführer der gemeinnützigen Einrichtung „Leben in Bewegung, Begegnungs- und Bildungsstätte gGmbH“ – der ehemaligen Jugendfreizeitstätte Wittfeitzen.

Ärmel aufkrempeln und anpacken, ist das Motto der Enddreißiger, für die Ökologie und Ökonomie zusammengehören, für die das selbstbestimmte Menschenbild wichtiger ist als das öffentlich geprägte „Erfolgsmodell Mensch“. Kinder stehen besonders im Zentrum ihrer Angebote – nicht verwunderlich für die mehrfachen Eltern.

Für einen Euro hat das Ehepaar die Anlagen in Wittfeitzen vom Landkreis gekauft – mit Auflagen. Westernmanns finanzieren zum Teil mit Eigenkapital und mit viel Eigenleistung. Weitere Förderungen sollen beantragt werden. Generell wollen sie auf umweltfreundliche Energieversorgung umstellen. Ab dem kommenden Jahr, wenn die alte Vertragsbindung ausläuft, soll zunächst Ökostrom genutzt werden, bevor ein zeitgemäßer Ersatz für die alte Energieschleuder namens Heizung finanziert werden kann.

Ihr neues Konzept sieht vor, nicht nur Ferienfreizeiten, sondern auch Seminare anzubieten. Das Konzept soll dazu führen, daß die Gäste in Wittfeitzen nicht nur gut unterhalten oder beschäftigt werden. Sie sollen dazu gebracht werden, mit sich selbst etwas anzufangen. Interessant an „Leben in Bewegung“ ist, was es gibt, aber auch, was es nicht gibt. Zum Beispiel Fernsehen und Computer; und auch die Telefone sollen möglichst schweigen. Und was gibt es? Die stilliegenden Werkstätten wurden wiederbelebt, neues Werkzeug angeschafft, altes repariert. Nicht nur dafür ist Egon Rehbein als ABM-Kraft zuständig, er packt überall mit an und betreut auch die Werkstatt.

In Kreativ-Programmen kann man T-Shirts bedrucken, Filzen, Origami erlernen, Bildhau-en, mit Ton, Holz und Farbe arbeiten oder einen Schnitzkurs belegen. Weitere Angebote sind Bogenschießen, Waldexkursionen, Akrobatik, Theater-Workshops, Kurse für Selbstverteidigung für Jungen und Mädchen sowie Kräuterwanderungen und vieles mehr.

Die Angebote sind so nutzbar, daß Gruppen durchgehend beschäftigt sind. Das 10 000 Quadratmeter große hügelige Außengelände, direkt neben dem Freibad (zu dem es einen direkten Zugang gibt) bietet Spielplätze und -geräte, Grillplatz, Volleyballfeld, Fußballplatz und eine Feuerstelle.

In vier Häusern mit insgesamt 75 Einzel- und Doppelbetten können Gruppen untergebracht werden. Mit Vollverpflegung kostet das pro Kind – nach Alter gestaffelt – zwischen 22,50 und 23,50 Euro. Erwachsene zahlen 25 Euro. Neben dem Vollangebot gibt es noch ein Selbstversorgerhaus mit 12 Betten. Das kostet komplett 150 Euro täglich. Es gibt Gruppenräume, Seminarräume, ein kleines Amphitheater, Tischtennis, Billard, Kicker; Klavier und Sportraum können benutzt werden. Im Gemeinschaftsraum sorgt ein Kaminofen für kuschelige Atmosphäre.

Beim Gruppentarif werden allein für das Essen 12,90 Euro kalkuliert. Christian Westermann berichtet, daß sie bei der Übernahme des Hauses säckeweise Instantlebensmittel entsorgt haben. Das gehört nun nicht mehr zum Hauskonzept, dafür (gemäßigte) Vollkornkost, also die Pizza aus Vollkornmehl und nicht aus der Tiefkühltruhe, Angebote von Rohkost, Salaten, Müsli, Obst und jeden Morgen frische Brötchen.

Eine Köchin und drei weitere helfende Frauen bereiten die Mahlzeiten zu und sind für die Reinigung zuständig. Der Zustand des ehemaligen Freizeitheims war weitgehend marode. Reparaturen und Erneuerungen sind an allen Ecken und Enden nötig. Die Vorbesitzer haben nicht investiert, nur genutzt. Aber: „Die Anlage kostendeckend zu betreiben, ist machbar“, sagt Christian Westermann. „Wenn man zulangt und vieles selber macht“, schiebt er hinterher.

Die Instandsetzung kommt sichtbar voran. So wurden die Dächer überarbeitet, die uralte und unwirtschaftliche Heizung repariert. Neue Herde wurden eingebaut und als nächstes sollen die 81 Fenster alle ausgewechselt werden. Im November werden die Seminarräume neu ausgestattet.

Die stabilen Zimmereinrichtungen stammen noch aus der Erstausstattung. Da Schränke, Tische und Betten oft eine bauliche Einheit sind, ist ein teilweises Erneuern nicht möglich. Aber die Zimmer wirken keineswegs heruntergekommen, es gibt keine Etagenbetten und sie bieten ausreichend Platz. Manches ist noch so, wie viele Lüchow-Dannenberger „Wittfeitzen“ aus Freizeiten in ihrer Erinnerung haben – aber vieles ändert sich gerade.

Nachfragen, auch für Tages- und Kursangebote ohne Übernachtung, lohnt sich. Telefon: 0 58 49 - 4 76, Internet: LIB-wittfeitzen.de

 

Leben in Bewegung gGmbh
EJZ-Artikel von März 2007

Neues Konzept, neue Angebote 

Ehemalige Jugendfreizeitstätte Wittfeitzen mit neuer Inhaberin: der gGmbH »Leben in Bewegung» 

gel Wittfeitzen. Die ehemalige Jugendfreizeitstätte Wittfeitzen soll konzeptionell neu ausgerichtet werden. Die gemeinnützige GmbH (gGmbH) »Leben in Bewegung. 

Begegnungs- und Bildungsstätte» wird zum 1. März neue Inhaberin der Liegenschaft und will vor allem die Bildung verstärkt in den Vordergrund rücken: mit Angeboten beispielsweise zur Gewaltprävention, Gesundheit, Ernährung. Zwar werden weiterhin vor allem Schulklassen und Konfirmandengruppen in Wittfeitzen Station machen, doch das Kerngeschäft soll sich inhaltlich verändern. Demnächst werden in Wittfeitzen demnach auch Kräuterwanderungen oder Handwerkerkurse angeboten.

Rückblende: Die Jugend- und Freizeitstätte war einst in kommunaler Hand und ein typischer Zuschussbetrieb. 2003 hatte der Landkreis Areal und Gebäude für einen Euro an Eva und Michael Reusch verkauft, die mit einer GmbH das Aktivzentrum Wittfeitzen nun fast vier Jahre betrieben haben. Es lief gut an, sagt Michael Reusch; im ersten Jahr habe man die Auslastung der 88-Betten-Unterkunft auf 39 Prozent gesteigert - doppelt soviel wie zuvor unter kommunaler Hand. Doch danach sei die Auslastung wieder auf 30 Prozent gesackt, erzählt Reusch: von rund 9200 auf 7000 Übernachtungen jährlich. Für ihn habe sich das Geschäft dann nicht mehr gerechnet: »Es muss anders laufen, als wie wir es gemacht haben.» Eine seiner Erklärungen für den Rückgang: Die Eltern hätten zuletzt immer weniger Geld in der Tasche gehabt; an Freizeiten sei dann eben auch gespart worden. Hinter der neuen gemeinnützigen GmbH, die die Liegenschaft für erneut einen Euro übernimmt, steht das Ehepaar Christian und Christiane Wes-termann aus Seedorf bei Dan-nenberg. Kernelement der gGmbH ist, dass sie -im Gegensatz zur GmbH - ohne Gewinn arbeiten muss. Mit den erzielten Erlösen werden Mitarbeiter bezahlt; der Rest fließt in die Sanierung und den Ausbau der Liegenschaft. Konkret heißt das: Christian Westermann -er war bisher Altenpflegehelfer - wird zukünftig für die Begegnungs- und Bildungsstätte als Prokurist und Hausmeister fungieren; Christiane Westermann - sie ist Bürokauffrau - agiert als Geschäftsführerin. Neben ihren Gehältern müssen über die gGmbH auch noch vier 400-Euro-Jobs finanziert werden. Durch dieses rechtliche Konstrukt kann die Einrichtung zudem Nutznießer von Spenden werden.

»Wir wollen das Kundenpotenzial übernehmen und ausbauen», skizziert Christian Westermann. Meint konkret: Natürlich sollen weiterhin Schulklassen und Konfimandengruppen in Wittfeitzen unterkommen. Man wolle sich aber auch verstärkt in die Kinder- und Jugendarbeit des Landkreises einbringen. Beispielsweise mit Komplettangeboten, bei denen »Leben in Bewegung» selbst die Dozenten stellt. Dabei soll unter anderem mit den Mehrgenerationenhäusern in Dannenberg und Lüchow kooperiert werden. Zudem wird angestrebt, in Kooperation mit dem Arbeitsamt und einem Bildungsträger in Hamburg Fortbildungen für Jugendliche und Erwachsene anzubieten. Die Eheleute Westermann werden demnächst in die Betreiber-Woh- nung auf dem Areal ziehen. Zurzeit gibt es für beide alle Hände voll zu tun, um die Liegenschaft für die Saison in Schuss zu bringen. Eine Einweihungsfeier soll mit einem Sommerfest verknüpft werden. In Kontakt kommt man mit der Bildungs- und Begegnungsstätte wie bisher: unter Telefon (05849) 476 oder online unter www.aktivzentrum.wittfeitzen.de.

Bild: Führen mit einer gGmbH die ehemalige Jugendfreizeitstätte Wittfeitzen weiter: Chris-tian und Christiane Westermann. Mit einem neuen Namen - "Leben in Bewegung" - und neuen Angeboten soll die Liegenschaft konzeptionell neu ausgerichtet werden.

Aufn.: J. Feuerriegel 

 

 
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